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Geistlicher Impuls

Vikarin Sabine Menge 
Vikarin Sabine Menge


Tröstet, tröstet mein Volk!
Dieses wunderbare Wort aus dem Jesajabuch (Kapitel 40) steht über der Adventszeit wie eine Überschrift.
„Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.“ Advent ... Trost ... was hat das miteinander zutun?
Advent heißt für die meisten von uns:
Gemütlichkeit, Adventskalender, Kerzenlicht, Weihnachtsmarkt, Tee und Glühwein trinken, Plätzchen backen, schon mal ein wenig von den Lebkuchen naschen. Das alles schafft Ruhe, Frieden, wenigstens für einen Moment, tut der Seele wohl. Gut so!
Ich glaube, dass diese Äußerlichkeiten ein Ausdruck dessen sind, was wir – nicht nur im Advent – erwarten, erbitten, erhoffen: inneren Frieden, ein Licht in der Dunkelheit. Beruhigung in all dem, was uns so unerbittlich im Innersten umtreibt.
Dass da endlich einer kommt und glaubhaft versichert: hab keine Angst, es wird alles wieder gut werden.
Trost.
Tröstet, tröstet mein Volk! Das ist keine Aufforderung an uns, sondern eine Aufforderung Gottes an sich selbst. Wir sind das Volk, sein Volk, das sich trösten lassen soll. Doch was kann ein Trost sein in diesen unruhigen Tagen? Wenn wir an die Nöte der Menschen denken, bei uns, in der Nähe und Ferne, an Hunger, Elend, Unfrieden, an Wirtschaftskrisen, Unglücksfälle, Katastrophen, in diesem Jahr ist soviel geschehen.
Was kann da überhaupt noch tröstlich sein?
Rein menschlich habe ich darauf keine Antwort. Wenn wir uns nur noch auf uns selbst verlassen, dann bleiben wir untröstlich, ungetröstet. Darum liebe ich diese Verse aus dem Jesajabuch so. Denn da verspricht Gott: Was immer eurem Trost im Wege stehen mag, Berge, Hügel, Täler, es soll weggeräumt werden. Damit ihr den eintreten lassen könnt, der euch entgegen kommt. Der, der
da kommt, es ist Gott selbst, von dem Jesaja sagt: „Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen.“ Was für ein tröstliches Bild! Wir, das Volk Gottes, werden von ihm voller Fürsorge begleitet.
Getragen durch die Widrigkeiten des Lebens. Beschützt in seinem Arm. Was immer auch kommen mag.
Adventszeit, das ist die Einladung, Gott die Tür zu öffnen. Dem Gott, der uns schon entgegenkommt. Damit wir Trost finden für unsere
Seelen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine getroste, gesegnete Adventszeit!
Ihre Vikarin
Sabine Menge
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